Hans Langners Piepmätze imitieren keine konkreten Vogelarten. Sie sind grafische Kreaturen. Oft schwarz und weiß. Aufs Wesentliche gekürzt: Körper, Schnabel, ein oder zwei Beine. Charakterköpfe, deren pointierter Habitus erzählerische Interpretations- horizonte öffnet.

Es menschelt tierisch. Sie eilen durch die Kunstwelt. Stehen da, bilden Pyramiden, schnäbeln oder glotzen mit großen Eulenaugen. Zwischenzeitlich hat der Künstler sie ornamental verwoben oder puzzlegleich arrangiert. Eine Form gibt die andere. Von Vogel zu Vogel. Teil für Teil fügt sich zum kompositorischen Ganzen. Dabei bleibt er spontan. Benötigt niemals Entwürfe oder Skizzen. Hat auch kein Gesamtkonzept vor Augen, das engt.

Die Linienführung ist beeindruckend exakt. Formal fokussiert er die Reduktion des Details. Trotz der oftmals rahmensprengenden Inhaltsfülle. Derzeit haben sich Langners Steh- und Laufvögel aufgeschwungen. Ihre Flügel ausgebreitet. Sie fliegen. In Farbe, selbst farbig. Eine Bewegungsform, welche seiner Kunst neuen „Art“enreichtum beschert. Jeder Vogel besitzt dabei unverrückbar den ihm angestammten Leinwand-Platz.

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Die Besonderheit: Langners Bilder von fliegenden Vögeln lassen sich in alle Richtungen drehen. Die Hängung ist beliebig. Kunst bleibt im Prozess.

Foto links © Susanna Schaffry

 

"Malen ist für mich reinste Meditation. Je klarer ich bin,
desto klarer wird die Linienführung meiner Bilder."